Bund der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure e.V.
Baden-Württemberg

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18.06.2019 | BDVI-Kongress 2019 "BIM - Vom Schlagwort zur Praxis"

BDVI-Präsident Michael Zurhorst, Foto: R. Lehmann

Der Bund der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure (BDVI) widmete sich auf seinem diesjährigen Jahreskongress in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt dem Schlüsselthema der kommenden Jahre: BIM - Building Information Modeling.

Unter dem Motto „BIM – Vom Schlagwort zur Praxis“ diskutierten am 14. Juni 2019 etwa 120 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Freiem Beruf im Steigerwaldstadion in Erfurt. Building Information Modeling (BIM) bestimmt als Teil der Digitalisierung zukünftig die Arbeitsweise der Geodäten im Allgemeinen und Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure (ÖbVI) im Besonderen.

„BIM wird die Planung von Baumaßnahmen im Hochbau und Infrastrukturbau nachhaltig verändern. Die Bedeutung einer qualifizierten Lageplangrundlage wird zunehmen, unabhängig von rechtlichen Rahmenbedingungen in den Bauordnungen der einzelnen Bundesländer. Die Expertise der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure ist in diesem dynamischen Prozess eine unausweichliche Voraussetzung“, appellierte BDVI-Präsident Michael Zurhorst in seiner Rede zum Kongress. „Für unseren Berufsstand bedeutet dies Herausforderung und Chance gleichermaßen“, führte Zurhorst weiter aus und betonte die wichtige Rolle der Vermessung und damit der ÖbVI bei der Einführung von BIM in die Bauwirtschaft.

Wie wird sich die Bauplanung durch die kooperative Arbeitsmethode BIM weiter verändern? Welche Auswirkungen hat dieser dynamische Prozess auf das einzelne ÖbVI-Büro? Was ist in der Praxis zu tun, um mit den künftigen Entwicklungen Schritt halten zu können? Impulsvorträge zu den Fragen gaben Experten aus der Wissenschaft und Praxis. Sie lieferten spannenden fachlichen Input für die Diskussion der Kongressteilnehmer.

BIM und 3-D Stadtmodellierung sind weit mehr als 3-D Visualisierung der Realität, konstatierte Prof. Dr. Thomas H. Kolbe von der TU-München in seinem Fachvortrag mit dem Thema „Digitale Modelle der bebauten Umwelt – das Zusammenspiel von BIM und GIS“. Die Kompetenz und Expertise der Geodäten bzw. Vermessungsingenieure bei BIM sind essentiell: bei der Dokumentation gebauter Objekte, der Übertragung von BIM-Plänen in die reale Welt / auf die Baustelle, bei der Steuerung / Überwachung digitaler Fabrikation, Baurobotik sowie der Baufortschrittskontrolle.

Digitales Planen und Bauen mit BIM brauchen exakte und fachlich bewertete Planungsgrundlagen. Daher sind Software und Standards wichtige Voraussetzung für die integrierte Bauplanung, so Prof. Dr.-Ing. Robert Kaden von der FH Erfurt in seinem Vortrag „Geodäsie und BIM.“

Welche Erfahrungen gibt es bereits mit BIM in der Praxis von Bauplanung und
-ausführung? ÖbVI Kai Tamms vom Ingenieurbüro Drecoll und ÖbVI Wolfgang Möller von HPM Vermessung sowie ÖbVI Lukas Schult vom Vermessungsbüro KDS gaben mit ihren Projektvorstellungen Einblick in die Vorteile, Komplexität und Herausforderungen bei der Anwendung von BIM für Konzeption, Entwurf, Konstruktion, Errichtung und Wartung von Bauprojekten.

Eine abschließende Podiumsdiskussion bot den Kongressteilnehmern Gelegenheit für Rückfragen sowie für einen ausführlichen konstruktiven Diskurs zum Thema.

Der BDVI-Kongress 2020 wird vom 4. bis 6. Juni 2020 in Heidelberg stattfinden.

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